Liebe Gemeinde,

wenn die Sonne an jedem Tag früher aufgeht und an jedem Abend später untergeht, dann stehen auch wir Menschen früher auf. Das Licht lässt uns aktiver sein. Manche werden vom Vogelgezwitscher früh morgens geweckt. Wir erleben es dann so, wie Paul-Gerhardt es gedichtet hat: ich selber kann und mag nicht ruh ́n, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen. Ich singe mit, wenn alles singt und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. Ja, man möchte am liebsten mitsingen, im Konzert da draußen. Und abends ist es die Zeit der Gartenfeste und Open-Air-Veranstaltungen. Menschen sind viel unterwegs.

Es kann die helle Jahreszeit sein, in der Menschen nicht zum Ruhen kommen. Manchmal sind es auch viele bewegte Jahre, die uns nicht ruhen lassen. In der Kirchengemeinde St. Lorenz haben wir viele Jahre mit großen Veränderungen und einer Erweiterung der Gemeindearbeit erlebt. Die Arbeitsbereiche Trauerbegleitung, Friedhof und Internationale Gemeinde sind hinzugekommen und gewachsen. Viele neue Menschen sind dazu gekommen. Von anderen mussten wir uns verabschieden. Noch immer ist St. Lorenz eine Gemeinde, in der viele Menschen nur für einige Jahre wohnen und dann weiter ziehen. Für manche Mitglieder in der Kirchengemeinde war es in den vergangenen Jahren zuviel Veränderung. Sie haben das Gefühl als wenn sie ihre Heimat St. Lorenz verlieren. Das ist schade.

Die Welt verändert sich. Das macht Angst und es macht Hoffnung. Es ist gut, die Ängste ernst zu nehmen. Es ist gut, das Vertraute zu schätzen. Und dann ist es gut, sich auf Veränderungen einzulassen und denen die neu bei uns ankommen, ein „Herzlich willkommen“ zu sagen.

Ihre Pastorin

Margrit Kehring-Ibold