Liebe Gemeinde,

die Zugvögel sammeln sich, die Schulkinder und ihre Eltern kommen aus den Ferien zurück, auf den Autobahnen fahren die Wohnmobile, den Zugvögeln ähnlich, zurück von den Küsten und Inseln in ihre Winterquartiere im Alltag des Lebens.

Sommer war, kein besonders toller, aber doch ein Sommer unseres Lebens, der aus einer Vorfreude zu einer Erinnerung wurde.

Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie im Sonnenlichte dieses Sommers (denn das gab es, und nicht einmal zu knapp) gesehen haben, was Sie erträumt, gewünscht, erwartet haben. Zeit mit den Lieben, faule Stunden am Strand, berührtes Staunen vor der Schönheit der Schöpfung, ein Konzert in einer Kirche oder an einem der matschigen Orte, die mit den Namen Wacken oder Scheeßel zehntausende von Augen zum Strahlen bringen.

Genuss der Liebe eines Menschen, Leuchten von Kinderaugen, ein unbekannter Vogel in einem fremden Land, starke Wellen eines fernen Meeres, auch das fröhliche Zwitschern des Kinderlärms in der Nachbarschaft oder der Klönschnack mit dem Nachbarn über den Gartenzaun oder in der Supermarktschlange: Wenn wir Zeit haben, das Alltägliche genauer wahrzunehmen, zeigt es seinen Zauber und seinen ganzen Wert.

Nach dem Urlaub, nach dem Sommer, freue ich mich immer wieder über mein Zuhause. Es tut gut, im eigenen Bett zu liegen, vielleicht raffe ich mich im Herbst ja noch auf, den Flur im Obergeschoss zu streichen, der gemütliche Sessel löst schon Vorfreude auf manchen dunklen Abend mit Krimi aus – eigentlich müsste er auch mal wieder gepolstert werden.

Hoffentlich geht es Ihnen auch mit Ihrer Kirchengemeinde St. Lorenz so. Schön, wenn es Ihr Zuhause ist, auch wenn mal wieder etwas „gestrichen“ werden muss. Daran arbeiten wir gerade, mit dem Beauftragtengremium, aber wir freuen uns sehr darauf, dass es bald mit neuen Kirchengemeinderäten in eine neue Zukunft geht: Denn, natürlich, auch 2017 kommt ein Sommer.

Es gibt einen wunderbaren Satz in der Bibel, der mir in allen Aufgeregtheiten und vielen Konflikten Geduld geschenkt hat: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,22)

Es grüßt Sie

Pastor

Uwe Baumgarten