Der Friedhof


Im Jahre 1786 ließ Bernhard von Wickede, der Sohn des Bürgermeisters, seine Frau Magdalena A. D. Vanselow auf dem bis dahin als Armenfriedhof geltenden St. Lorenz-Kirchhof bestatten und setzte ihr ein klassizistisches Grabmahl in Form eines niedrigen Postamentes. Diese gesellschaftlich mutige Tat wurde zum Vorbild für andere gebildete Bürger, die dem neusten Zeitgeist der Aufklärung entsprechend sich gegen die überkommenen Bestattungen in den Innenstadtkirchen entschieden. Unter ihnen waren der Arzt und Naturforscher J. J. Walbaum, der Schriftsteller J. K. Rechlin, der Rektor des Katharineums F. D. Behn und der Bürgermeister J. P. Plessing.
Aus dieser Zeit sind noch einige klassizistische Denkmale in Form von Stelen, Tumben, Säulen und Obelisken erhalten, die mit aus antiker Tradition stammenden Ewigkeitssymbolen geschmückt wurden. Außerdem befinden sich auf dem St. Lorenz-Friedhof die Gräber des bedeutenden reformierten Pastors Johann Geibel (dem Vater des Dichters), der Familie Niederegger und von Margarethe Elisabeth Jenisch, von Karl Martin Schetelig, dem Wegbereiter der Modernen Industrie, sowie die Gruften weiterer berühmter Lübecker Familien.

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